Noch einmal jung

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Das japanische Logo der Kurzgeschichte

Noch einmal jung (プレイ・イット・アゲイン Purei itto agein, wortwörtlich Play it again) ist eine Kurzgeschichte von Gosho Aoyama, die im Mai 1988 erschienen ist. Sie handelt von dem alten Kendōmeister Sanjuro Tsurugi, der durch einen magischen Kirschblütenbaum verjüngt Teile seiner Jugend aus einer neuen Perspektive in Form des Oberschülers Sanjuro Sakura erfährt. Die Geschichte war der Prototyp für Goshos Serie Yaiba.[1]

Die Geschichte ist als Kapitel 4 in Gosho Aoyama Short Stories von 1994 und der Neuauflage von 2011 zu finden. Außerdem entstand 1999 eine Verfilmung als Original Video Animation als sechster Teil der Animereihe Gosho Aoyama’s Collection of Short Stories.

Handlung[Bearbeiten]

Sanjuro versteht das Verhalten seiner Enkelin nicht

Ein alter Kendōmeister namens Sanjuro Tsurugi besucht seine Enkelin und zugleich Schülerin, die 17-jährige Michiko, welche sich jedoch vehement gegen seinen Zutritt wehrt. Er möchte mit zum Elterntag in der Schule kommen, um sie beim Unterricht zu beobachten, doch sie ist gegen den Gedanken, da er unmöglich sei und ständig sein Kendōschwert mit sich herumschleppe. Sanjuro lässt sich daraufhin über ihr Verhalten aus und klärt sie über den alten Kirschbaum auf, der in diesem Garten steht, der bereits gepflanzt wurde, als er selbst zur Welt kam und der heute noch stolz seine Blüten trägt. Sie solle sich ein Beispiel daran nehmen, genau so stark zu sein wie die Blumen und die Bäume. Michiko reagiert auf diese Weisheit jedoch ziemlich cholerisch, was der Meister mit einer Aufforderung zu einem Kampf quittiert. Während er sie noch verhöhnt, da noch nie jemand "Sanjuro den Dämon" geschlagen habe, rennt sie urplötzlich los und er setzt ihr nach, immer im Kreis um den Kirschbaum herum, bis ihm die Luft wegbleibt. Gerade als er erschöpft auf die Knie sinkt und feststellt, dass selbst ein Großmeister wie er nicht gegen das eigene Alter gewachsen ist, naht Michiko von hinten und verpasst ihm eins mit dem Kendōstab. Sanjuro wird nicht damit fertig, dass er auf solch eine Weise von einem Mädchen besiegt wurde, die sich währenddessen über ihn lustig macht, da er „immerhin schon 80 ist“.

Michiko macht sich auf den Weg zur Schule, während Sanjuro resignierend und schwach im Schatten des Kirschbaumes liegen bleibt und einen Monolog mit dem Baum beginnt, wie sehr er ihn beneide, dass er noch voller Kraft und Schönheit ist, obwohl er genauso alt sei - und dass er sich wünsche wenigstens noch einmal so jung zu sein wie er. Sanjuro schläft daraufhin, immer noch unter dem Baum liegend, ein und wird von seinen Kirschblüten bedeckt.

Michiko ist froh, dass ihr Großvater ihr nicht gefolgt ist

Zur gleichen Zeit an der Schule: Der Unterricht hat begonnen. Michiko beobachtet die im hinteren Teil des Klassenzimmers stehenden Eltern und ist erleichtert darüber, dass ihr Großvater nicht dabei ist. Dieser erwacht derweil unter einem Berg von Kirschblüten - nun genauso so alt wie seine Enkelin. Er stürmt zur Schule und platzt in ihr Klassenzimmer, wo er sie offen zu einer Revanche herausfordert, doch niemand erkennt ihn, auch Michiko nicht. Sanjuro denkt zuerst, dass sie sich erneut über ihn lustig machen will, bis der Lehrer ihn am Kragen packt, ihm aufgrund der Störung des Unterrichts eine Standpauke erteilt und ihn dazu auffordert, sich angemessene Kleidung anzuziehen und in seine eigene Klasse zurück zu kehren. Sanjuro versteht nicht, was an seinem Kendō-Outfit verkehrt sein soll und betrachtet sich im Treppenhaus der Schule in einem Spiegel, wo er zu seinem eigenen Erschrecken feststellt, dass er tatsächlich wieder jung ist. Das stellt er sofort auf die Probe, indem er ohne Unterlass auf dem Schulhof herumrennt und -springt und sich daran erfreut, überhaupt nicht zu ermüden. Dabei wird er von Michiko und ihrer Freundin beobachtet, wobei Ersterer einfällt, dass der Kimono des scheinbar fremden Jungen aussieht wie der ihres Großvaters.

Sanjuro beginnt einen Streifzug durch Tokyo und macht all das, was er schon einmal tun wollte: Baseball und Bowling spielen, sowie ein komplettes Menü bei McDonald's regelrecht zu verschlingen.

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Hinweis: Dieser Sachverhalt kommt nicht in der Originalhandlung des Mangas vor. Er stammt aus der Animeserie.

Anschließend fährt er nach Beika und sucht an der Beika-Station einen Zeitschriftenladen auf, wo er sich gerade an den Pornoheften zu schaffen machen will, wovon er jedoch erschrocken absieht, als Ran Mori und Sonoko Suzuki an ihm vorbeigehen. Unschuld heuchelnd auf die Bücher blickend sieht er das Buch „Toson“ von Mokichi Saito, welches er seit Ewigkeiten nicht mehr gelesen hat. Er schlägt ein paar Seiten auf und erblickt dabei ein Gedicht über ein Mädchen mit Blumenkamm im Haar, welches ihn an etwas erinnert. Er fährt mit dem Zug in einen anderen Stadtteil, wo er sich jedoch anfangs nur wenig zurecht findet, da er vor etwa 60 Jahren das letzte mal hier war. Mit Hilfe eines Wegweisers findet er den Weg zum Beika-Tempel, doch dort befindet sich niemand. Auch an der Rückseite beim alten Brunnen herrscht Fehlanzeige, doch Sanjuro erinnert sich daran, dass sie hier in der Nähe wohnte.

Sanjuro erinnert sich an das Mädchen von damals

Bei seiner ziellosen Suche verläuft er sich jedoch erneut, woraufhin ihm vom Eingang eines Grundstückes Kirschblüten entgegenfliegen. Er schwenkt seinen Blick zu dem Garten des Hauses und hat erneut ein Déjà vu. Dort findet er dann auch endlich das Mädchen von damals, Harue, nun um sechs Jahrzehnte gealtert, mit einer erwachsenen Tochter und einer kleinen Enkelin. Sanjuro erkennt sie an ihrem goldenen Blumenkamm im Haar und vergießt eine Träne, verlässt die Szenerie gleich darauf jedoch wieder. Die alte Dame scheint Sanjuro für einen Augenblick erkannt zu haben, ehe er entschwindet, und gibt ihrer Enkelin den Kamm.

Er begibt sich zurück zur Schule und fragt sich, was er nun tun solle. Zuerst einmal geht er jedoch auf Toilette wo er das Gespräch dreier männlicher Schüler, angeführt von dem langhaarigen Nakadai, belauscht. Diese planen, sich an Michiko zu vergehen und unterhalten sich dabei auch über ihren Großvater, den sie als Gefahr ausschließen, da er „nur noch ein alter Knacker“ sei. Sanjuro spricht sie daraufhin an, dass sie Michiko kein Haar krümmen werden, woraufhin er Nakadais Handlanger recht einfach besiegt. Nakadai, welcher auch in Kendōclub ist, nimmt sich daher selbst der Sache an und fordert Sanjuro zu einem Kampf heraus.

Als sich dann alle auf dem Schulhof versammelt haben um dem Kampf beizuwohnen und die Beiden sich, gegenüberstehend, gegenseitig Respekt für ihre meisterhaften Kampfstellungen ausgesprochen haben, feuert Michiko ausgerechnet Nakadai an, von dessen Plänen sie nichts weiß. Sanjuro reagiert darauf so verwirrt, dass Nakadai einen herben Schlag bei ihm landen kann. Anschließend findet Sanjuro sich auf der Krankenstation wieder, wo Michiko ihm einen Stirnverband anlegt und erklärt, dass man sich mit jemandem wie Nakadai lieber nicht anlegt, zumal sie schon „einen sturköpfigen Samurai“ daheim habe, der nicht weiß, wann er aufhören muss - und sie ihn auch deswegen verarzte. Er sagt ihr daraufhin, dass sie irgendwann einmal eine gute Ehefrau für jemanden werden würde, woraufhin sie seinen Namen erfahren will. Er stellt sich dabei als „Sanjuro Sakura“ (Sakura = Kirschblüte) vor, einen Namen, den sie jedoch einfach nur seltsam findet.

Nakadai greift zu unfairen Mitteln

Sanjuro folgt Michiko zu ihrem Zuhause, da er ja sonst nirgendwo hin kann, doch diese macht ihm klar, dass er ihr ja nichts antun soll, weil ihr Großvater ihn sonst fertig machen würde. Erfreut erkennt sie daraufhin, dass Nakadai bereits an ihrem Hauseingang wartet. Dieser fordert Sanjuro zu einem neuen Kampf heraus, da ihn der vorige auf dem Schulhof nicht überzeugt habe. Allerdings sieht Sanjuro sich jetzt in einem Dilemma: Wenn er Nakadai fertig macht, wird Michiko Mitleid mit ihm haben und Sanjuro hassen; sollte er jedoch verlieren, hätte der eiskalte Nakadai tatsächlich ihr Herz gewonnen. Nakadai selbst zieht derweil ein echtes Schwert aus seinem Holzstab, stößt Michiko, die ihn davon abhalten will, lachend beiseite und geht damit auf Sanjuro los. Dabei erwischt er ihn nach mehreren Schlägen auch an der linken Schulter. Michiko sucht derweil unter Tränen ihren Großvater, weil "Sakura“ ansonsten sterben würde.

Gerade als „Sanjuro Sakura“ durch Nakadais Wurfmesser sich in einer ausweglosen Lage, am Baum eingekesselt, wiederfindet und Nakadai droht, ihn zu erschlagen, entdeckt Michiko das Katana ihres Großvaters und wirft es zu Sanjuro. Sanjuro kann nun seine eigene Technik „Hikken - Kirschblütensturm“ einsetzen und beide Kontrahenten ziehen aneinander vorbei. Nakadais Schuluniform wird dabei zerfetzt und als er mit der Erkenntnis, verloren zu haben, auf die Knie sinkt, zeigt sich, dass er auch noch eine Halbglatze geschnitten bekommen hat. Während dieser trauernd vom Grundstück trottet ist Michiko überglücklich, dass es Sanjuro gut geht und kehrt ins Haus zurück, um einen Erste-Hilfe-Koffer für seine Wunden zu besorgen. Sanjuro führt nun erneut einen Monolog mit dem - nun kahlen - Kirschbaum und erklärt, dass er erkannt habe, dass er es war, der ihm diese erneute Jugend geschenkt habe, aber nun sei es genug, denn er habe jetzt, was er wollte. Er rekapituliert in Gedanken noch einmal den gesamten Tag und die Erfahrungen, die er dabei gemacht hat.

Michiko kehrt mit dem Koffer zurück, doch „Sakura“ ist weg und ihr Großvater dafür wieder da. Sie fragt den alten Herren, wo er bitte war, wozu er nur sagt, dass er kurz einen Spaziergang gemacht habe. Als sie sich daraufhin nach Sanjuro Sakura erkundigt, stellt ihr Großvater die Gegenfrage, ob sie sich denn tatsächlich in so einen Tunichtgut verliebt habe, worauf sie mit der Aussage, dass er „viel cooler war als er“ reagiert. Sanjuro kann über diese Ironie nur lachen.

Sanjuro ist erheitert über die Aussage seiner Enkelin

Zitate[Bearbeiten]

„Mit deinen immer noch steigenden Haarsträhnen sah ich dich neben dem Apfelbaum stehen und mit diesem Blumenkamm in deinem Haar dachte ich, seist auch du eine Blume“

Exzerpt aus Toson von Mokichi Saito, welches Sanjuros Erinnerungen weckt

Anime-Umsetzung[Bearbeiten]

Zu Noch einmal jung erschien am 22. Dezember 1999 eine Original Video Animation, die sechste Episode der Gosho Aoyama’s Collection of Short Stories, die in Volume 2 enthalten ist und die 2019 unter dem Titel Originaltitel Play it again ihren Weg in deutschsprachige Gebiete fand. Im Großen und Ganzen ist es exakt dieselbe Geschichte wie im allerersten Mangakapitel, allerdings erweitert um einen originalen Mittelteil, in dem Sanjuro Sakura nach Beika fährt, um seine Jugendliebe, die mittlerweile alte Dame Harue, zu treffen, die er an ihrer goldenen Haarspange wiedererkennt. Diese ist außerdem ein Querverweis auf die OVA von PI George. Nachdem er sie gefunden hat, kehrt er zurück zur Oberschule, wo der Anime wieder nahtlos an die Handlung des Manga anschließt.

Noch einmal jung in Detektiv Conan[Bearbeiten]

Sanjuro Sakura in Episode 291.
Sanjuro auf dem Buchumschlag von Yusakus Exemplar der Gosho Aoyama Short Stories.

Das Opfer in Fall 97, Eiko Idetsuki, sieht sich gerne ihren Lieblingsfilm mit hoher Lautstärke an, bei dem es sich allem Anschein nach um Noch einmal jung handelt (Kapitel 335/Episode 291), da der Protagonist Sanjuro Sakura ist (das jüngere Ich des alten Mannes Sanjuro Tsurugi). Die Szene scheint kurz vor dem Ende der Geschichte zu spielen, während Sanjuros zweitem Kampf mit Tatsuya Nakadai, da er bereits den Verband über seiner Verletzung aus ihrer ersten Begegnung trägt und im Hintergrund die Bäume des Tsurugi-Anwesens zu erkennen sind.

Yusaku Kudo legt in der zweiten OVA der Animereihe Gosho Aoyama’s Collection of Short Stories die originale 1994er-Version des Kurzgeschichtenbandes Gosho Aoyama Short Stories auf den Platz im Kino neben sich. Bei der anschließenden Nahaufnahme kann man neben anderen Hauptcharakteren von ihm auch Sanjuro Sakura, den Protagonisten von Noch einmal jung, auf dem Umschlag erkennen (ganz oben, mit dem Bambusschwert).

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Wie in vielen anderen Werken Gosho Aoyamas auch findet sich in dieser Geschichte das Motiv der Verjüngung. Der japanische Originaltitel Play it again ist eine Anlehnung an den Film CasablancaWikipedia von 1942 und bezieht sich im Kontext dieser Geschichte auf die Verjüngung Sanjuuro, der einige Etappen seiner Jugend erneut durchlebt.
    • Obwohl „Play it again“ bzw. „Play it again, Sam“ in der Popkultur als direktes Zitat aus Casablanca bekannt ist, und als eines der beühmtesten Filmzitate aller Zeiten gilt, wird dieser Satz im Film nie gesagt. Tatsächlich fallen in dem Film stattdessen die Sätze „Play it once, Sam, for old times' sake. Play it, Sam. Play 'As Time Goes By'.“ und „You played it for her, you can play it for me. If she can stand it, I can! Play it!“ Das Zitat „Play it again, Sam“ gilt als eines der berühmtesten falschen Filmzitate.[2]
  • Der verjüngte Sanjuro sieht aus wie ein jugendlicher Yaiba Kurogane, während Michiko erhebliche Ähnlichkeiten mit einer nur wenige Jahre älteren Sayaka Mine aufweist. Im Klassenzimmer von Michiko sitzen mehrere Schüler, die unter anderem so aussehen wie Aoko Nakamori, Shiho Miyano und Keiko Momoi. Michiko Tsurugis Name wurde außerdem für Yaibas und Morohas Mutter, Michiko Kurogane, wiederverwendet.
  • Sanjuro Tsurugis Jugendliebe Harue ist die Klientin von Privatdetektiv George Kirishima aus Beika in der OVA von PI George. An der goldenen Haarspange, die George und Asami Ashikawa ihr zurückgebracht haben, erkennt Sanjuro sie dann auch wieder. Außerdem sieht er den abgeschlossenen Brunnen am Beika-Tempel mit dem zerrissenen Seil von Georges beinahe schiefgelaufenen Tauchgang.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aoyama Gōshō 30-Shūnen Hon, Kommentar im Abschnitt zu Play It Again im Kapitel „Read it again!“
  2. Darth Vader line is the daddy of film misquotes, finds poll In: The Guardian. 11. Mai 2009, abgerufen am 17. September 2020.